Antonio Brown: Die wahren Hintergründe für den Rauswurf bei den Buccaneers

Die Top-Story vergangenes Wochenende in der NFL war der Rauswurf von Receiver Antonio Brown bei den Tampa Bay Buccaneers. Oder der „freiwillige Abgang“, je nachdem, wie man die Sache betrachten möchte. Nachdem sich der Nebel etwas gelichtet hat, werden die Hintergründe des Eklats klarer.

Dass AB ein „schwieriger Charakter“ ist, ist hinlänglich bekannt. Dass er überhaupt zu den Bucs kam, war auf den Wunsch Tom Bradys zurückzuführen, der sich bei seiner Unterschrift Brown „wünschte“. Sein neuer Arbeitgeber erfüllte ihm seinen Wunsch, obwohl Trainer Bruce Arians damit alles andere als happy gewesen sein soll. Und Brady ließ Brown zu Beginn seiner Tampa-Station sogar bei sich wohnen.

Letzte Saison riss sich Brown am Riemen, lieferte mehrere gute Spiele und fiel nicht negativ auf. Das änderte sich vor wenigen Wochen, als der Skandal um gefälschte Impfzertifikate publik wurde. Die Liga sperrte den Spieler für mehrere Spiele, die Bucs hielten aber (rückblickend wohl eher zähneknirschend, wie man nun weiß) zu ihm und ließen ihn ins Team zurückkehren. Das mag auch damit zu tun gehabt haben, dass sich Top-Reiceiver Chris Godwin kurz davor verletzt hatte und länger ausfällt. Die Anzahl der „Brown-Freunde“ im Team soll nach dem Impfskandal aber um einiges geschrumpft sein. Nach dem Eklat am Sonntag war er zu allererst wieder Kumpel Tom Brady, der für „Verständnis und Mitgefühl“ für seinen ehemaligen Teamkollegen warb. Die Reaktion von Trainer Arians vermittelte das exakte Gegenteil.

  • Direkt nach Browns Abgang vom Feld gab es erste Spekulationen, was der Grund dafür sein könnte. Im deutschen Live-TV wurde gemutmaßt, die Aktion könnte mit einem „Song“ zu tun haben, den Brown kurz danach auf seinem Insta-Kanal geteilt hat, also eine kalkulierte PR-Aktion. Das scheint aber doch etwas weit hergeholt.
  • Von besonders kritischen Experten hieß es, der Konflikt wurzelte darin, dass die Bucs auf eine Bonuszahlung für Brown verzichten wollten, die ihm zugestanden wäre, wenn er eine bestimmte Anzahl von Receptions übertroffen hätte, Coach Arians hätte ihn deshalb gebenched und Brown war wütend, weil er spielen wollte.
  • Die Wahrheit scheint das genaue Gegenteil zu sein: Mehrere Quellen – auch aus dem Umfeld von Antonio Brown – berichten, dass die Coaches den Spieler nach mehreren erfolgreichen Catches zurück aufs Feld schicken wollten. Der weigerte sich offenbar mit der Begründung, er wäre „nicht fit genug“. Daraufhin wurde ihm mitgeteilt, dass er, wenn er nicht spiele, wenn es ihm gesagt werde, nicht mehr Teil des Teams sein könne. Daraufhin passierte wohl die im TV zu sehende Aktion, in der Brown sich seiner Shoulder Pads entledigt, sein Trikot auszieht und ins Publikum wirft und in den Katakomben verschwindet. Vermutlich für immer.

Denn es wirkt sehr unwahrscheinlich, dass Brown bald – oder überhaupt – wieder ein Team finden wird: Schade um einen talentierten Spieler, dessen Nerven einmal zu oft mit ihm durchgegangen sind. (ck)

Bild: Fotomontage, © Nfl Football Plus

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