Sean Payton-Biopic auf Netflix: „Home Team“ mit Kevin James

American Football boomt, gerade in Deutschland, aber auch weltweit, da bietet es sich für Filmemacher an, den beliebten US-Sport in den Mittelpunkt ihres Schaffens zu stellen. Adam Sandler hat mit seiner Produktionsfirma Happy Madison auf Netflix „Home Team“ veröffentlicht, ein Film über den „Bountygate“-Skandal bei den New Orelans Saints und Sean Paytons Rolle dabei. Das Release-Datum mitten in der NFL-Playoff-Season ist wohl kein Zufall und die Top-Platzierung in den Netflix-Streaming-Charts ist darum wenig überraschend. „Home Team“ ist seit 28.1. auf Netflix zu sehen.

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Coach Sean Payton, der nach dem Superbowl-Gewinn mit seinen New Orleans Saints 2006 im Rahmen des „Bountygate“-Skandals 2012 ein Jahr suspendiert wurde. Den Saints wurde vorgeworfen, „Kopfgelder“ auf die Verletzung gegnerischer Spieler ausgesetzt zu haben, Payton soll davon gewusst haben. Im Rahmen seines unfreiwilligen „Urlaubs“ reist Payton in seine alte Heimat in Texas, um dort das Highschool-Team seines Sohnes zu coachen. Im Rahmen seiner vorerst nur als „Zeitvertreib“ gedachten Tätigkeit bringt der NFL-Coach nicht nur das Football-Team zurück auf die Siegerstraße, auch kommen sich die voneinander gleichermaßen entfremdeten Vater und Sohn näher und Payton lernt, dass Gewinnen um jeden Preis nicht alles im Leben ist.

Wer bei „Home Team“ ein tiefschürfendes Drama erwartet, ist hier falsch: Es ist eine typische Sandler-Komödie mit jeder Menge Klamauk, „schlechten“ Scherzen, aber mit dem Herz am rechten Fleck. Trotzdem fehlt es „Home Team“ an den wichtigsten Zutaten, die einen unterdurchschnittlichen Film manchmal über das Mittelmaß hieven können.

Die Schwächen des Films überschatten die durchaus vorhandenen, positiven Aspekte. Vor allem sind es seltsame und abstoßende Drehbuch-Ideen, die „Home Team“ verderben: Warum muss gerade eine Kotz-Orgie der Spieler Paytons Team zum Sieg verhelfen? Auch andere Aspekte des Skripts wurden eher nachlässig behandelt und die „Message“ des Films, wenn man so will, ist bereits nach 10 Minuten absehbar. Positiv hervorheben kann man einige schräge Gags und Einfälle, die allen Sandler-Filmen eigen sind und die Rolle von Gary Valentine (Kevin James‘ Bruder) als seltsamer, übergewichtiger Co-Trainer des Teams, der immer wieder für Lacher sorgt.

Bleibt der Blick auf die Hauptfigur und die Frage, warum gerade Kevin James für die Rolle des Sean Payton gecastet wurde, denn Ähnlichkeit haben die beiden wirklich keine. Insofern lässt sich kaum feststellen, ob James seinem realen Vorbild nun „gerecht“ wird, da man rein optisch nie auf die Idee käme, die beiden zu vergleichen. Immerhin spielt er seinen Part recht solide und gehört damit zu den besseren Mimen des an Qualitätsdarstellern eher armen Ensembles.

Fazit:

Ein „Muss“ für Football-Fans ist er nicht, da gibt es bessere Football-Filme (von „An jedem verdammten Sonntag“ bis „Draft Day“), aber „Home Team“ bietet durchaus kurzweilige Vorbereitung auf die heute anstehenden NFL Championship Games: Eine Sport-Komödie „für die ganze Familie“ – Cameos von Bill Cowher oder Sean Payton inklusive. „Home Team“ ist seit 28.1. auf Netflix zu sehen. (CK)

Bilder: (c) Netflix

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